Cottische Alpen – Bergtouren im Hochgebirge

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Datum/Zeit
07.11.2007
19:00 - 20:30 Uhr

Veranstaltungsort
Aula des Alten Gymnasiums

Kategorien


Wandern durch verlassene Täler -Besuch von aufstrebenden Gemeinden
Vortrag von Joachim Jaudas

Am südwestlichen Rand des Alpenbogens, keine 100 km vom Mittelmeer, liegen die Cottischen Alpen. Sie liegen nicht nur geografisch am Rand, sondern auch wirtschaftlich: Die Modernisierung, wie wir sie aus den Schweizer Bergen und den österreichischen Alpen kennen, hat viele Täler der Cottischen Alpen nicht erreicht. Aber auch die alten Wirtschaftsformen, insbesondere die Berglandwirtschaft, tragen nicht mehr. Folge ist eine massive Abwanderung aus den Bergtälern in die alpennahen Städte Turin, Mailand, Grenoble, Marseille. Für die Bewohner ist das Leben in den Cottischen Alpen zum Existenzproblem geworden; für den Touristen, den Wanderer, den Bergsteiger hingegen macht gerade diese „Rückständigkeit“ den Reiz einer Durchquerung dieser Alpenregion aus. Durch die minimalen Eingriffe in die vorhandenen Strukturen blieb die Ursprünglichkeit der Region erhalten – auch wenn das selten die reine Idylle ist. An vielen Stellen holt sich die Natur das Gebiet wieder zurück, das in Jahrhunderten durch die Bergbauern kultiviert und bebaut wurde; verfallende Dörfer, verödete Felder und erodierende Hänge prägen das Bild. Joachim Jaudas wird uns die Besonderheiten der Cottischen Alpen vor Augen führen – mit Bildern und Berichten über das Wandern von Tal zu Tal und über die Besteigung von hohen Gipfeln. Er wird aber auch auf die Traditionen der Cottischen Täler und ihre aktuelle soziale und wirtschaftliche Entwicklung eingehen. Schließlich wird Joachim Jaudas an einigen Beispielen zeigen, wie Bewohner von Bergdörfern den wirtschaftlichen Verfall aufgehalten und Alternativen zu nicht mehr konkurrenzfähigen Wirtschaftsformen entwickelt haben, z.B. durch einen umwelt- und sozialverträglichen Tourismus, der nicht nur die traditionelle Kulturlandschaft der Cottischen Alpen erhält, sondern auch die Voraussetzungen für ein auskömmliches Leben in den Bergen schafft.

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